Elternbeirat OvTG

LEV Info: Handreichung zum neuen bayerischen Gymnasium

Im Folgenden für alle Eltern der LEV-Mitgliedsschulen die Zusammenfassung der Handreichung zum neuen bayerischen
Gymnasium:

Handreichung des Bayerischen Kultusministeriums zum neuen G9
– Zusammenfassung –

Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag hat in ihrer Eigenschaft als mehrheitliche politische Kraft des Parlaments am 5. April 2017 die Einführung eines neuen neunjährigen Gymnasiums im Freistaat beschlossen. Am 6. April 2017 informierte das Kultusministerium die Gymnasialdirektorinnen und
Gymnasialdirektoren mit einer 12-seitigen Handreichung über die geplanten Details zur Ausgestaltung des künftigen gymnasialen Bildungswegs.
Vorbehaltlich der Abstimmung im Bayerischen Landtag über die dazu notwendige Gesetzesänderung (sie soll am 01.08.2018 in Kraft treten) können Eltern und Lehrer sich jetzt darauf einstellen, dass das bayerische Gymnasium wesentlich reformiert wird.

Wichtig

Die Umstellung auf das G9 erfolgt ab den Jahrgangsstufen 5 und 6 im Schuljahr 2018/19, d.h. sie beginnt mit den Kindern, die jetzt noch die vierten Klassen der Grundschulen besuchen und nach den kommenden Sommerferien im September 2017 in die Gymnasien eintreten. Das bedeutet, nunmehr haben Eltern und Kinder, die den Einschreibungstermin im Mai 2017 wahrnehmen wollen, Planungssicherheit sowie detailliertere Kenntnis über die Form der gymnasialen Laufbahn, der sie sich anvertrauen wollen.
Das neue neunjährige Gymnasium entspricht nicht dem G9 traditioneller Prägung. In die Gestaltung sollen pädagogische Erfahrungen aus dem G8 einfließen – u. a. die Kompetenzorientierung, die auch in dem zum kommenden Schuljahr geltenden LehrplanPLUS zum Ausdruck kommt. Das Kultusministerium wird diesen Lehrplan an die neunjährige Laufzeit anpassen, um eine Vertiefung und Reflexion des Lernstoffs zu ermöglichen. Es wird auch neue Inhalte geben. So soll Informatik ein Pflichtfach werden und die politische Bildung (Demokratiebewusstsein) der Schülerinnen und Schüler soll in den Fokus rücken. Weitere zusätzliche Schwerpunkte sind Persönlichkeitsbildung, Studien- und Berufsorientierung, MINT (Ausrichtung auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und außerschulische Lernorte.
Schülerinnen und Schüler, die sich bereits (spätestens seit dem Schuljahr 2016/17) am Gymnasium befinden, durchlaufen das G8 nach dem für diese Schulform gültigen Lehrplan.

Konzept des neuen G9

Das neue bayerische Gymnasium ist ein grundständiges G9 (grundständig = mit der fünften Jahrgangsstufe beginnend). Es bietet die Möglichkeit zur individuellen Verkürzung der Lernzeit („Abitur nach acht Jahren mit einer Überholspur ab Jahrgangsstufe 9“).
Es wird deshalb eine neue Jahrgangsstufe 11 als Einführungsphase der Oberstufe (Jahrgangsstufen 12/13) konzipiert. Die Schülerinnen und Schüler erreichen den mittleren Schulabschluss (prüfungsfrei) mit dem Bestehen der Jahrgangsstufe 10.
Besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können ihre Lernzeit um ein Jahr verkürzen, indem sie in den Jahrgangsstufen 9 und 10 Zusatzmodule am Nachmittag belegen (bis zu vier Stunden in den Fächern Deutsch, Mathematik, Fremdsprache). Diese Schüler können am Schulstandort bis zur Jahrgangsstufe 10 in ihren Klassen bleiben. Sie erhalten einen speziellen Mentor (Lehrerin oder Lehrer als Ansprechpartner), der sie bis zum Eintritt in die Qualifikationsphase
berät. Diese Schülerinnen und Schüler überspringen die Jahrgangsstufe 11. Jedes bayerische Gymnasium wird diese Möglichkeit zur Verkürzung der Schulzeit anbieten.
Auch die Vorbereitung eines Auslandsjahres, das in Jahrgangsstufe 11 stattfinden könnte, lässt sich durch die Module in den Jahrgangsstufen 9 und 10 erleichtern. Schülerinnen und Schüler, die diese Option wählen, treten nach dem Auslandsjahr in die Jahrgangsstufe 12 ein.
Das P-Seminar wird aus der Qualifikationsphase (Jahrgangsstufen 12 und 13) in die Jahrgangsstufe 11 vorgezogen.

Neue Stundentafel

• Der Pflichtunterricht wird um 17 – 19 Wochenstunden erweitert (im Vergleich zum G8).

Anmerkung: Die Angabe der Wochenstunden bezieht sich auf die Zahl der Unterrichtsstunden, die die Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 5 – 11 besuchen. Diese Zahl ist in den Jahrgangsstufen unterschiedlich bemessen, beträgt aber mindestens 30. Die Wochenstunden der verschiedenen Jahrgangsstufen sind zu addieren. Eine Erhöhung ihrer Zahl um 17 – 19 bedeutet also, dass die Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 5 – 11 im neuen G9 pro Woche jeweils durchschnittlich bis zu drei Stunden weniger Unterricht haben. Die genaue Verteilung der Stunden auf die Jahrgangsstufen sowie ihre Zuordnung zu den Fächern ist Gegenstand der kommenden Lehrplangestaltung durch das Kultusministerium und steht deshalb noch nicht fest.

• In der Unter- und Mittelstufe wird der Nachmittagsunterricht reduziert.
• Die 2. Fremdsprache beginnt weiterhin in der Jahrgangsstufe 6.
• Die Grundstruktur der bisherigen Oberstufe bleibt erhalten.
• Die Stundenausstattung eines jeden Fachs entspricht mindestens der im G8 („kein Fach wird schlechter gestellt“), die Intensivierungsstunden bleiben erhalten – nach den Worten des Kultusministeriums jedoch nur „in bestimmtem Umfang“.

Lehrplan

Das neue bayerische Gymnasium beruht auf der Ausrichtung des LehrplanPLUS. Er wird zu diesem Zweck angepasst und ergänzt.
Die Jahrgangsstufe 5 bleibt (im Vergleich zum G8) unverändert, die Jahrgangsstufe 6 benötigt nur wenige Änderungen (im Vergleich zum G8).
Das Kultusministerium legt die neuen Lehrpläne für alle anderen Jahrgangsstufen bis zum September 2018 (Jahrgangsstufen 7 bis 9) bzw. bis zum September 2019 (Jahrgangsstufen 11 bis 13) vor.

Redaktion: Bernd Hein, LEV-Gesamtvorstand

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